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Friedrich Wilhelm Nietzsche: Zitate

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
bald wird es schnein –
wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!
[…]
Die Welt - ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.
[…]
Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
– bald wird es schnein,
weh dem, der keine Heimat hat!

Vereinsamt (1887)

Die Wüste wächst: weh dem, der Wüsten birgt!

Dionysos-Dithyramben (1888) — Unter Töchtern der Wüste.

— Aber du, Zarathustra,
liebst den Abgrund noch,
thust der Tanne es gleich? —
Die schlägt Wurzeln, wo
der Fels selbst schaudernd
zur Tiefe blickt —

Dionysos-Dithyramben (1888) — Zwischen Raubvögeln.

man muss Flügel haben, wenn man den Abgrund liebt…
man muss nicht hängen bleiben

Dionysos-Dithyramben (1888) — Zwischen Raubvögeln.

Oh Lebens Mittag! Feierliche Zeit!
    Oh Sommergarten!
Unruhig Glück im Stehn und Spähn und Warten: –
Der Freunde harr’ ich, Tag und Nacht bereit,
Wo bleibt ihr Freunde? Kommt! ’s ist Zeit! ’s ist Zeit!

War’s nicht für euch, dass sich des Gletschers Grau
    Heut schmückt mit Rosen?
Euch sucht der Bach, sehnsüchtig drängen, stossen
Sich Wind und Wolke höher heut in’s Blau,
Nach euch zu spähn aus fernster Vogel-Schau.

Aus hohen Bergen.